Sieben Motorradhosen haben nicht gepasst — und dann verstand ich, dass nicht ich das Problem war
Wenn Sie kräftig gebaut sind und keine Schutzhose finden, die sitzt — dann liegt das fast nie an Ihnen. Es liegt daran, wie große Größen geschnitten werden.
Ich habe rund 640 € ausgegeben, um es zu lösen. Alles davon hat versagt.
Zwei Jahre, sieben Hosen, vier Rücksendungen. Zwei hängen bis heute im Schrank, weil ich sie nie angezogen habe. Meine Frau hat irgendwann aufgehört zu fragen, ob es diesmal geklappt hat.
Ich bin 1,78 m und wiege 104 Kilo. Kräftige Oberschenkel, ein Bauch, der da ist, kurze Beine. Nichts Ungewöhnliches — so sieht ein großer Teil der Fahrer in Deutschland aus. Trotzdem hatte ich das Gefühl, die ganze Branche tut so, als gäbe es uns nicht.
Dann sagte mir ein Verkäufer auf der Messe einen Satz
Er sagte: Die meisten Schutzhosen werden auf eine Schneiderpuppe von 75 Kilo entwickelt. Für große Größen wird der Schnitt danach einfach hochgerechnet — überall gleichmäßig ein bisschen mehr Stoff.
Und genau da liegt der Fehler. Ein Körper wächst nicht gleichmäßig. Ich brauche nicht überall 10 % mehr. Ich brauche deutlich mehr Volumen am Oberschenkel, mehr Weite über dem Bauch — und dieselbe Beinlänge. Bei einer hochgerechneten Größe bekomme ich eine Hose, die am Oberschenkel spannt, am Knöchel schlabbert und deren Knieprotektor auf halber Höhe des Schienbeins sitzt.
Das ist nicht nur unbequem. Ein Knieprotektor, der nicht auf dem Knie sitzt, schützt das Knie nicht.
Das war vor 7 Monaten. Was sich seitdem verändert hat.
Das Aufsteigen — wenn der Bund im Sitzen einschneidet
Im Stehen passte die Hose. Sobald ich auf der Maschine saß, ging der Bauch nach vorne und der Bund schnitt ein. Nach 20 Minuten fuhr ich nur noch gegen den Hosenbund an.
— Sven R.
Der Oberschenkel — die Stelle, an der es wirklich scheitert
Bei kräftigen Fahrern scheitert eine Hose fast nie am Bauch. Sie scheitert am Oberschenkel. Beim Aufsitzen spannte der Stoff so, dass ich das Bein kaum anwinkeln konnte.
— Sven R.
Der Knieprotektor, der nie auf dem Knie saß
Bei drei der sieben Hosen saß der Protektor unterhalb der Kniescheibe. Ich habe monatelang gedacht, ich sei geschützt.
— Sven R.
Die Beinlänge — Stoff, der sich am Knöchel staut
Alles, was in XXL passte, war für 1,90 m geschnitten. Am Knöchel staute sich der Stoff über dem Stiefel.
— Sven R.
Der Sommer — 31 Grad und eine Hose, die man nicht anzieht
Die einzige Hose, die wirklich passte, war eine schwere Tourenhose. Ab 26 Grad blieb sie im Schrank — und ich fuhr in Jeans.
— Sven R.
Das Büro — wenn man aussieht, als käme man vom Rennen
Mit Rennstreifen und Polsterwülsten am Bein läuft man nicht ins Büro. Also zog ich mich zweimal am Tag um — oder eben gar nicht erst an.
— Sven R.
Die Rücksendungen — 640 € für nichts
Vier Hosen zurückgeschickt, zwei nie getragen. Irgendwann glaubt man, man sei einfach zu dick für ordentliche Schutzkleidung.
— Sven R.
Warum ausgerechnet diese funktioniert
Der Unterschied — technisch erklärt
Der Schnitt ist nicht von einer Jeans abgeleitet, sondern aus dem Einsatz- und Arbeitsbereich. Diese Schnitte sind für Menschen gemacht, die sich darin bewegen und hinknien müssen — nicht für ein Schaufensterbild. Daher das Volumen am Oberschenkel, die Bewegungsfreiheit im Schritt und die gleichbleibende Beinlänge über die Größen hinweg.
Dazu kommt das, was eine Schutzhose überhaupt erst zu einer macht: geprüft nach EN 17092 Klasse AA, durchgehend 500D Cordura® und herausnehmbare CE-Protektoren an Knie und Hüfte. Klasse AA bedeutet eine definierte Abriebzeit auf Asphalt. Steht auf dem Etikett gar keine Klasse, ist es im Sinne der Norm keine Schutzhose — egal was das Werbebild zeigt.
Anderen Fahrern geht es genauso
Bewertungen
104 Kilo, kurze Beine, breite Oberschenkel. Ich habe aufgehört zu zählen, wie viele Hosen ich zurückgeschickt habe. XXL sitzt hier so, wie XXL sitzen sollte — im Schritt und am Oberschenkel, nicht nur am Bund.
Ich habe 15 Jahre lang auf dem Weg zur Arbeit einfach eine Jeans getragen, weil Umziehen für 20 Minuten albern ist. Diese ziehe ich morgens an und lasse sie den ganzen Tag an. Das war der ganze Unterschied.
Kollege hat gefragt, wo ich die Arbeitshose herhabe. Ich habe ihm das Etikett gezeigt — EN 17092 AA. Er hat sich noch am selben Abend eine bestellt.
Eine letzte Sache
Wenn Sie gebaut sind wie ich, liegt es sehr wahrscheinlich nicht an Ihnen. Messen Sie Oberschenkel, Bundweite im Sitzen und Schrittlänge — und kaufen Sie eine Hose, deren Schnitt aus dem Einsatzbereich kommt statt von einer Jeans.
Ich habe zwei Jahre und rund 640 € gebraucht, um an diesem Punkt anzukommen. Sie brauchen dafür hoffentlich nur diese sechs Minuten.
Hinweis: 59,97 € statt 100,00 € ist der aktuelle Direktverkaufspreis der CRB™ Tactical Schutzhose. Genannte Vergleichspreise sind marktübliche Richtwerte der jeweiligen Kategorie, keine Preise einzelner Hersteller. Erfahrungsberichte geben die persönliche Erfahrung einzelner Fahrer wieder. Schutzkleidung kann Verletzungen verringern, aber niemals ausschließen.